8. Praktische Tips
Hier ein paar praktische Tips:
- Straßen und Verkehr:
Der Verkehr in den westlichen Highlands und auf den inneren Hebriden ist eher gering.
Ausnahmen sind die Umgebung von Edinburgh (liegt ja auch nicht in den Highlands und auf
den Inseln) und Fort William (liegt in den Highlands). Besonders die Straße von Fort
William ins Glen Coe ist stark befahren und schmal. (Nur) hier habe ich Radfahren als
unangenehm empfunden. Ansonsten war der Verkehr auch auf Hauptstraßen immer erträglich.
Im Great Glen sollte man auf jeden Fall die Cycle Route nehmen, um dem starken Verkehr auf
der Hauptstraße zu entgehen.
Auf den Inseln gibts meistens nur wenig befahrene Straßen. Oft sind diese nur
1½-spurig mit Ausweichbuchten für Autofahrer. Das war jedoch nie ein Problem, da
Autofahrer auf solchen Straßen zwangsläufig langsamer fahren müssen, auch für einen
entgegenkommenden Radler ausweichen oder artig hinter einem her tuckern bis zu nächsten
Ausweichbucht. Man nimmt in der Regel viel Rücksicht. Der Linksverkehr ist
unproblematisch. Nach einem halben Tag hat man sich daran gewöhnt.
Die Straßen (auch Nebenstrecken) sind in durchweg gutem Zustand. Seitenstreifen, wie man
sie in Deutschland auf Hauptstraßen oft findet ("Mehrzweckstreifen"), sind aber
sehr selten.
Die "Great Glen Cycle Route" verläuft im Abschnitt Invergarry Fort
William meistens auf befestigten Naturwegen und ist auch bei Regen gut zu fahren.
Ruhiges Radeln auf Mull
- Wetter:
Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter. Zwei halbe Tage und einen ganzen Tag Regen
sind für drei Wochen Schottland einfach klasse. Zwischendurch hatten wir eine Periode von
10 Tagen ohne einen einzigen Tropfen Regen (dafür mit einem für Schottland untypischen
kühlen Nordwind). Ansonsten gabs zwar reichlich Wolken, aber bestenfalls mal etwas
Sprühregen, der nicht wirklich gestört hat. Der Wind bläst in der Regel aus Südwesten.
Nach den Aussagen der Schotten sollen Mai und Juni die regenärmsten und sonnenreichste
Monate im Westen Schottlands sein. Wir waren im Juli unterwegs.
Trotz unserer positiven Wetter-Erfahrungen sollte man auf sehr gute Regenkleidung nicht
verzichten. Wenn es geregnet hat, war es heftig. Ich habe einen Regenanzug von K-WAY 2000.
Selbst nach einem ganzen Tag Dauerregen war ich noch trocken. Zudem hatte ich das erste
mal Gamaschen im Einsatz und war sehr zufrieden. Trockene warme Füße während eines
Regentages auf dem Rad tragen ungemein zum Wohlbefinden bei.
Bergauf in den Highlands
- Übernachtung:
In Schottland eine Unterkunft in einem Bed & Breakfast (B&B) zu bekommen, ist kein
Problem. Man findet sie in jedem kleinen Ort und manchmal wunderschön mitten in der
"Pampa". Wir waren zur Hauptreisezeit im Land und hatten eigentlich nie ein
Problem, ein Zimmer zu finden. In den Touristenorten sollte man rechtzeitig (d.h. vor 18
Uhr) eine Unterkunft haben oder man muß etwas länger suchen und ggf. außerhalb der
Ortschaft übernachten.
Leider sind B&Bs nicht billig: Wir haben für ein Doppelzimmer (d.h. für beide
Personen) zwischen 28 und 50 £ bezahlt (Kurs im Sommer 2001: 1 £ = 3,20 DM). Wenns
ein Zimmer mit eigenem Bad sein soll, kommt man kaum unter 40 £ weg. Dafür ist immer ein
opulentes Frühstück im Preis inbegriffen. Cereals (Corn Flakes etc.), Ham & Eggs mit
allem Drum und Dran sowie Toast mit Konfitüre sind so nahrhaft, daß man mittags nur noch
einen Imbiß braucht, um bis abends "über die Runden zu kommen". Ansonsten
helfen unterwegs Scones (ein leckeres Teegebäck) und andere feine Backwaren in den Tea
Rooms über den kleinen Hunger hinweg.
"Gegenverkehr" der
besonderen Art 
- Essen:
Im Gegensatz zu meinen Erfahrungen in Wales ist das Essen in Schottland gut. Es gibt viele
gute Restaurants, interessanterweise viele mit französischem Touch. Lachs und anderer
Fisch sind eigentlich immer gut. Aber es gibt auch gute vegetarische Gerichte. Schwein-,
Geflügel- und natürlich Lammfleisch gibt es ebenso in schmackhaften Variationen. Das
Fleisch schottischer Angus-Rinder ist eigentlich weltweit für seine ausgezeichnete
Qualität bekannt, wir haben es aber wegen der BSE-Gefahr nicht (bewußt) gegessen.
Durch den schlechten Wechselkurs ist natürlich auch das Essen teuer. Um die 8 bis 12 £
muß man für ein Hauptgericht in einem (besseren) Restaurant rechnen. Es gibt aber auch
in Pubs und Inns gute preiswertere Gerichte (ab 5 £). Auch Einkäufe im Supermarkt sind
verhältnismäßig teuer. Schottland ist durch den schlechten Wechselkurs derzeit für
Bewohner der Euro-Zone ein sehr teures Reiseland.
Die Schotten sind mit den Essenszeiten überaus restriktiv. Meistens gibt es nach 21 Uhr
auch in Restaurants keine warme Mahlzeit mehr. Um 23 Uhr ist dann auch getränkemäßig
"last order" angesagt. Auch Frühstückszeiten sind oft sehr beschränkt. In den
Touristenzentren ist man aber manchmal (nicht immer!) etwas "großzügiger".

Das "Team" vor dem Dornie Castle: Claudia und Ingo
- Fahrradtransport:
Der Transport im Flugzeug, auf den Fähren und in der Eisenbahn war kein Problem. Für den
Transport im Flugzeug mit der British Airways zahlten wir auf dem Hinflug 50 DM pro Rad,
auf dem Rückflug nichts. Allerdings mußten wegen der Maul- und Klauen-Seuche die Räder
auf dem Rückflug in Folie gepackt werden (zusätzlich zu den obligatorischen Maßnahmen
wie Abschrauben der Pedale und Drehen des Lenkers in Fahrtrichtung). Die Folien wurden uns
aber von British Airways zur Verfügung gestellt. Die freundliche Dame beim Check-In hat
uns sogar geholfen, die Räder einzupacken und die Folie mit Klebeband zuzukleben.
Der Radtransport auf den Autofähren (die wir benutzt haben) zwischen dem Festland und den
Inseln ist problem- und kostenfrei.
Auch die Bahnfahrt von Fort William nach Edinburgh war unproblematisch. Man braucht eine
Reservierung, die wir aber erst zwei Tage vorher in Fort William zusammen mit den
Fahrkarten erworben haben. Der Radtransport war (auf dieser Strecke) übrigens gratis. Ich
war ein wenig überrascht, wir zur Hauptreisezeit und zudem an einem Freitag so einfach
unsere Wunschverbindung bekommen haben.
- Mücken:
In einigen (wenigen!) Gebieten (in Brodick auf Arran und zwischen Broadford und Portree
auf Skye) haben uns winzige Mücken arg belästigt. Die keinen Plagegeister bemerkt man
erst, wenn sie schon gestochen haben. Das Ergebnis ist ein juckendes und schmerzendes
rotes "Pünktchen" auf der Haut. Autan hilft etwas. Wenn die Viehcher zum
wirklichen Problem werden, besser auf ein einheimisches Produkt wechseln.

Weils so schön ist, noch mal: Dornie Castle
Karten und Bücher:
Ordnance Survey Travelmaster 3 (Western Scotland) und
4 (Southern Scotland), 1:250.000.
Die beiden Karten decken das gesamte bereiste Gebiet ab, erscheinen mir aktuell und ohne
Fehler zu sein.
In den ersten drei Tagen sind wir teilweise einigen Routen aus dem "Cycle Tours:
Central Scotland (21 one-day-routes)" von Nick Cotton (ebenfalls aus dem Ordnance
Survey-Verlag) gefolgt. Wenn man mehr Zeit in Schottlands Mitte verbringen möchte, findet
man dort tolle Touren mit ausführlicher Beschreibung und Höhenprofil.
Folgende Reiseführer hatten wir "on tour":
- "Schottland" aus dem Reise-Know-How-Verlag von Andreas Braun et al.
- "Schottland" aus dem Iwanowkis-Reisebuch-Verlag von Annette Kossow
Ferner zum "Einlesen" die Schotland-Hefte von Merian und Geo-Special.
Links:
- Radreisen
Eine sehr umfangreiche Sammlung von Links zu Berichten von Radreisen im Internet, auch
über Schottland, gibt es auf Karl Brodowskys Homepage:
Unterkünfte:
Wir haben in vielen guten und schönen B&Bs
übernachtet. Hier ein paar besondere Tips:
- Peebles:
B&B "The Steading" ****, DZ 45 £
Sehr "gediegen", ruhige Lage im Wald oberhalb des Ortes, schöne Aussicht.
- Brodick / Arran:
"Carrick Lodge" ***, DZ 50 £
Tolle Aussicht auf die Bucht von Brodick, freundliche und hilfsbereite Gastgeber.
Gastvater Eric weiß immer etwas zu erzählen und schwärmt leidenschaftlich von Arran.
- Lochanza / Arran:
"Caberfeidh Guest House", DZ 45 £
Überaus herzliche Gastgeber Magret und David. Ein Ort zum Wohlfühlen!
- Craignure / Mull:
B&B "Aon ADha", DZ 32 £ (Gemeinschaftsbad)
Einfache Zimmer, aber Morgan und seine Familie sind sehr nette Gastgeber.
Im B&B der Familie Kerr in Invergarry 
Broadford / Skye:
B&B "Caberfeidth", ***, DZ 42 £
Super-Zimmer mit allem Drum und Dran, modern eingerichtet. Mrs. MacKenzie bereitet ein
übermäßiges Frühstück! Erstklassiges Preisleistungsverhältnis.
Portree / Skye:
"Green Acres Guest House", DZ 50 £
Wunderbare Lage mit schöner Aussicht auf die Bucht, das "Bilderbuch B&B"
ist schon fast zu schön, relativ groß und deshalb leider auch etwas unpersönlich.
Invergarry:
B&B Mr. & Mrs Kerr, DZ 28 £ (Gemeinschaftsbad)
Einfache Zimmer, aber das Haus ist von einem Garten mit Blumenmeer umgeben.
(Preise Stand Sommer 2001)

Schottlands Mystik auf dem Weg ins Glen Coe
